swissPersona
105. Delegiertenversammlung vom 11. April 2025 in Payerne

Reich befrachtete Versammlung mit zahlreichen Höhepunkten

Die 105. Delegiertenversammlung von swissPersona war reich bestückt an Highlights. Drei neue Mitglieder wurden in die Geschäftsleitung gewählt und die restlichen Mitglieder der Geschäftsleitung wurden unter Applaus wiedergewählt. Emotionaler Höhepunkt bildeten die Verabschiedung und Ehrung von diversen Amtsträgern. In seinem Vortrag gab Thomas Schmutz einem interessierten Publikum Einblick in die anstehenden Herausforderungen der Personalpolitik des Bundes. Die Besichtigung der Abteikirche von Payerne rundete das reichhaltige Programm ab.

Beat Wenzinger
Redaktor swissPersona

swissPersona ist die Stimme fürs Personal

Zentralpräsident Markus Meyer begrüsste alle Anwesenden herzlich und bemerkte, dass das Jahr 2024 politisch und wirtschaftlich ein bewegtes Jahr war, der Verband stehe aber personell, inhaltlich und finanziell stark da. Mit dem Ja zur 13. AHV-Rente hat sich das Volk für mehr soziale Sicherheit ausgesprochen und finanzpolitisch prognostiziert der Bund Jahr für Jahr schlechte Prognosen, welche dann nie eintreffen, erläuterte Meyer: «Trotzdem wird sofort beim Personal gespart. swissPersona haltet dagegen – nicht mit Gebrüll, sondern sachorientiert. swissPersona ist die Stimme fürs Personal».

Verband ist gut aufgestellt

Besonders erfreut zeigte sich der Zentralpräsident über die Mitgliederentwicklung des abgelaufenen Jahres: so wuchs dieser um 54 Personen, was keine Selbstverständlichkeit sei, sondern das Ergebnis von harter Arbeit der Sektionen und des Zentralvorstandes. Freude bereiten auch die Verbandsfinanzen. Diese bezeichnete Meyer als «solide, trotz Investitionen in die Werbung».

Positive Jahresrechnung

Bei seiner erstmaligen Präsentation der Jahresrechnung 2024 konnte Zentralkassier Roland Murer einen soliden Gewinn von gerundeten 29’237 Franken vermelden. Für das Budget 2025 rechnet Murer mit einem Einnahmenüberschuss von 1’716 Franken. Die Delegierten genehmigten die Jahresrechnung 2024 sowie das Budget 2025 einstimmig.

Intensives Verbandsjahr

Zentralsekretär Etienne Bernard gab kurze Einblicke in das vergangene Verbandsjahr, welches er als «ein sehr intensives und herausforderndes Jahr für swissPersona» betrachtete (Details siehe Jahresbericht des Zentralsekretärs, Ausgabe Januar 2025 der Verbandszeitung). Neben den vielen zu bearbeitenden Dossiers stellte Bernard auch eine Zunahme der «Problemfälle am Arbeitsplatz» fest. Erfreut zeigte sich der Zentralsekretär über den positiven Jahresabschluss des Vorsorgewerks Publica, welche nach einer Unterdeckung nun einen Deckungsgrad von 103,7 Prozent ausweist.

Unsichere geopolitische Lage

Mit einer eindrücklichen Folie leitete der Zentralsekretär zur aktuellen geopolitischen Lage über. Die Folie zeigte eine Weltkarte mit den Ländern eingefärbt nach dem Level der Friedlichkeit (grün) respektive Feindlichkeit (orange und rot). Auffallend ist, wie wenige Gebiete noch grün eingefärbt sind und als friedlich eingestuft werden. «Die Macht wird gerade neu organisiert», erläuterte der Zentralsekretär, was auch Auswirkungen auf die Schweizer Rüstungsbetriebe und die Armee hat. Bernard fasst die Auswirkungen für die Schweiz und das Ausland wie folgt zusammen:

  • Die Beretta Holding AG hat das Unternehmen RUAG Ammotec übernommen. Sinkende Armeeaufträge und Exportschwierigkeiten lassen eine Standortverlagerung befürchten.
  • Die starke Nachfrage nach Treibladungspulver übersteigt die Produktionskapazitäten der Nitrochemie Wimmis AG, in dessen Produktionsinfrastruktur 200 Millionen Franken investiert werden.
  • Einbussen bei den Schweizer Rüstungsbetrieben von 32 % in den letzten zwei Jahren aufgrund von limitierenden Waffenausfuhrbedingungen.
  • Erhöhung der Schweizer Armeeausgaben von 0,8% auf 1% des Bruttoinlandproduktes. Zum Vergleich: Europa 2.5% bis 3.5%; die USA fordern 5%.
  • Es wird in der Schweiz mehr Geld für die Rüstung aber weniger für das Personal gesprochen.
  • In Deutschland werden die Ausgaben für die Armee von der Schuldenbremse ausgeschlossen.

Verbandsziele 2025

Eines ist sich Zentralsekretär Etienne Bernard sicher: «Die Arbeit geht uns im laufenden Jahr nicht aus». Wichtige Ziele bleiben die Wahrung der Interessen und der beruflichen Sicherheit unserer Mitglieder und des Bundespersonal. Zudem sollen die Werbemassnahmen zur Gewinnung von neuen Mitgliedern nochmals intensiviert werden. Als Drittes möchte der Zentralsekretär den Kontakt zu den CEOs von RUAG, SwissP Defence und Thales wieder herstellen.

Anpassung der Statuten ermöglichen mehr Flexibilität

Bevor der Zentralpräsident Markus Meyer zur Erneuerungswahl der Geschäftsleitung übergehen konnte, mussten die Delegierten über zwei Anpassungen der Zentralstatuten befinden. Der Verband möchte flexibler auf bevorstehende Herausforderungen reagieren können und die Zusammensetzung der Geschäftsleitung und des Zentralvorstandes geringfügig anpassen. So wird die Geschäftsleitung neu mit einem Leiter Werbung ergänzt und in den Zentralvorstand können weitere Funktionsträger – je nach Bedarf und Entscheid der Geschäftsleitung –, einziehen. Die Versammlung stimmte dem Geschäft einstimmig zu.

Drei neue Mitglieder in die Geschäftsleitung gewählt

Für die nächste Amtszeit sind drei Funktionen neu zu besetzen: Pierre-Yvan Fahrny stellt sich zur Wahl für die vakante Stelle des VdI-Vertreters, Martin Urfer möchte in die Fussstapfen des zurücktretenden Urs Stettler als Vertreter LBA treten und Hans-Rudolf Gisler bewirbt sich um die neu geschaffene Funktion als Leiter Werbung. Martin Urfer und Hans-Rudolf Gisler stellten sich kurz vor und für den abwesenden Pierre-Yvan Fahrny, welcher sich gerade auf einer längeren Reise befindet, übernahm Markus Meyer die Vorstellung. Unter kräftigem Applaus wurden die drei neuen Geschäftsleitungsmitglieder gewählt und der Zentralpräsident bekundete seine Freude auf die bevorstehende Zusammenarbeit mit den Neugewählten.

Die restlichen Geschäftsleitungsmitglieder Markus Meyer (Zentralpräsident), Beat Grossrieder (Zentralvizepräsident und Zentralsekretär Stellvertretung), Etienne Bernard (Zentralsekretär), Roland Murer (Zentralkassier) und André Wiltschek (Vertreter RUAG) wurden ebenfalls für die nächste Amtszeit 2025 bis 2029 einstimmig gewählt.

Emotionale Höhepunkte

Wenn «frisches Blut» in Gremien einzieht, bedeutet dies meistens auch, sich von bewährten Amtsträgern zu verabschieden. Dies war an dieser Delegiertenversammlung gleich viermal der Fall. Erfreulicherweise bleiben drei davon dem Verband in verschiedenen Funktionen erhalten. Zentralpräsident Markus Meyer ehrte die austretenden Amtsträger.

Roland Tribolet

Nach dem Austritt aus dem VdI-Vorstand im vergangenen Jahr wurde Roland Tribolet bereits vor einem Jahr als langjähriger Vertreter des VdI in der swissPersona-Geschäftsleitung verabschiedet. «Gestern Abend», so der Zentralpräsident, «nahm Roland an seiner letzten Geschäftsleitungssitzung als Vertreter Werbung teil». Meyer untermauerte das grosse und langjährige Engagement von Tribolet mit einigen eindrücklichen Zahlen: «Am 10. Dezember 1977 trat Roland dem VdI bei, geblieben ist er 47 Jahre, am 1. März 2011 ging er in Pension – aber sein unermüdliches Engagement im Verband ging weiter». «Und», verkündete der Zentralpräsident mit einem Lächeln, «er bleibt uns weiter im Werbeteam erhalten».

Xaver Inderbitzin

An der vergangenen Generalversammlung der Sektion Zentralschweiz hat Xaver Inderbitzin das Präsidium an seinen Nachfolger Marc Zehnder übergeben. Zentralpräsident Markus Meyer verkündete, dass Xaver «als Person und als Persönlichkeit Spuren hinterlassen hat». Seit 1. April 1971 ist er Mitglied von swissPersona. Dabei, so Meyer, wirkte er als Gestalter, Mitdenker, Anpacker und er hat Generationen von Mitgliedern begleitet, stets durchdachte und top vorbereitete Sitzungen abgehalten und die Mitglieder zu Sektionsanlässen mit kulturellem Rahmenprogramm eingeladen. Erfreulicherweise bleibt Inderbitzin dem Zentralvorstand als Präsident der Sektion Altdorf erhalten. In der Sektion Zentralschweiz hat er den Generationenwechsel im Präsidium vollzogen, bleibt aber im Vorstand als Vizepräsident und Aktuar erhalten. Xaver Inderbitzin nutzte die Gelegenheit, sich herzlich beim Zentralpräsidenten zu bedanken.

Urs Stettler

Auch für Urs Stettler, welcher als Vertreter LBA seinem Nachfolger Martin Urfer Platz in der Geschäftsleitung macht, wartete der Zentralpräsident mit eindrücklichen Zahlen und viel Lob auf: «Urs trat 1990 dem Verband bei, wirkte von 1994 bis 1997 als Vizepräsident der Sektion Lyss, seither als deren Präsident, seit 2013 ist er Mitglied in der Geschäftsleitung und 2016 übernahm er zusätzlich das Präsidium der Sektion Berner Mittelland». Meyer lobte das ausserordentliche Pflichtbewusstsein von Urs, die gründliche Vorbereitung zu den Sitzungen, seine sachliche und verlässliche Arbeitsweise sowie sein aktives Mitgestalten – insbesondere im Werbeteam. Auch Urs Stettler wirkt weiter im Verband mit: einerseits als Präsident der beiden Sektionen Lyss und Berner Mittelland sowie als Mitglied des Werbeteams. In der nächsten Ausgabe dieser Zeitung publizieren wir ein Interview mit Urs Stettler.

Urs Stettler bedankte sich herzlich für die Ehrung und der Geschäftsleitung, die ihm die Arbeit stets erleichtert habe. Einen besonderen Dank richtete er an seine Ehefrau Priska und seinen ehemaligen Vorgesetzten Rolf Burren, welcher der Versammlung als Gast beiwohnte.

Philipp Jung

Die letzte Ehrung widmete der Zentralpräsident Philipp Jung, welcher vor Kurzem als Präsident der Sektion Ostschweiz sein Amt seinem Nachfolger Thomas Pichlbauer übergeben hatte. Philipp Jung war selber nicht anwesend, da er bereits nach Kroatien ausgewandert war, wo er als Tauchlehrer tätig ist. Der Zentralpräsident dankte ihm für seinen wertvollen Einsatz als Sektionspräsident und wünschte seinem Nachfolger viel Erfolg.

Überraschungsehrung

Bevor der Zentralpräsident zum nächsten Traktandum überleiten konnte, ergriff Zentralvizepräsident Beat Grossrieder das Wort, um einige ehrende Worte an Markus Meyer selbst zu richten. Grossrieder dankte Meyer für sein beherztes und seit 20 Jahren andauerndes Engagement als Zentralpräsident.

Herausforderungen in der Personalpolitik des Bundes

Die Versammlung gönnte sich keine Ruhe, bereits kündigte der Zentralpräsident das nächste Highlight an: Als Gastredner gab Thomas Schmutz, stellvertretender Direktor des Eidgenössischen Personalamtes (EPD), Einblicke in die anstehenden Herausforderungen in der Personalpolitik des Bundes. Zu Beginn verdeutlichte Schmutz mit einigen Zahlen die wahre Grösse des «Unternehmens» Bund: «Der Bund ist der viertgrösste Arbeitgeber der Schweiz, in rund 70 Verwaltungseinheiten arbeiten 42’000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die jährlichen Personalkosten betragen 6,6 Milliarden Franken.

Neue Wege in der Personalrekrutierung

Eine der grössten Herausforderungen sieht Schmutz in der Personalrekrutierung in den nächsten Jahren: «1/3 des Personals wird in den nächsten zehn Jahren pensioniert, in 15 Jahren werden es 45 Prozent sein. Zählt man die ordentlich Austretenden dazu, werden in 15 Jahren gerade noch 20 % der heutigen Mitarbeitenden verbleiben». Das Ersetzen dieser Mitarbeitenden und der damit verbundene Wissenstransfer stellen grosse Anforderungen an den Rekrutierungsprozess. Für Schmutz ist klar: «Wir müssen neue Wege gehen: Es braucht mehr Flexibilität bei der Arbeit, mehr Entgegenkommen des Arbeitgebers, neue Modelle müssen ausprobiert werden, Interessierte sollen länger im Arbeitsleben verbleiben und Künstliche Intelligenz soll vermehrt eingesetzt werden». Seine Schlussfolgerung: «Wir müssen investieren, um bestehen zu können!».

Sparen beim Personal

Die geforderten Sparmassnahmen des Bundesrates bis ins Jahr 2027 müssen auch im Bereich Personal erbracht werden. Konkret sollen 100 Millionen Franken bei den Lohn- und Anstellungsbedingungen eingespart werden. «Dies entspricht nur 0,3 Prozent der gesamten Lohnsumme von 6,6 Milliarden Franken», betonte Schmutz, «aber natürlich handelt es sich um viel Geld». Die Kernfrage, die sich stellt ist, wo soll gespart werden, um den Schaden beim Personal möglichst gering zu halten? Bereits beschlossen sind Kürzungen der Lohnmassnahmen 2025 von 30 Millionen Franken sowie weitere 30 Millionen Franken bei den Lohnmassnahmen 2026 und 5 Millionen Franken Reduktionen der Mittel für Leistungsprämien (Details siehe Beitrag «Entlastungspaket» Ausgabe März 2025 der Verbandszeitung). «Diese Einsparungen von 65 Millionen Franken sind das Resultat der guten Verhandlungen der Gewerkschaften», verkündete Schmutz, «da diese Kürzungen den 100 Millionen Franken angerechnet werden können». Die noch fehlenden Einsparungen von 35 Millionen Franken sind noch zu definieren und werden voraussichtlich die Bereiche Ferienregelung, Treueprämie und Kaderplan betreffen. Anschliessend an sein Referat nutzten die Delegierten Fragen an Thomas Schmutz zu stellen.

Besichtigung der Abteikirche

Das Schlussbouquet der diesjährigen Delegiertenversammlung bestand für einmal aus einem kulturellen Teil. Zentralpräsident Markus Meyer kündigte den Besuch der Abteikirche von Payerne mit anschliessendem Stehlunch mit grosser Freude an. Ganz zu Beginn der Versammlung sprach er von einem «Kulturgut von ausserordentlichem Rang». ■ (Bild: Thomas Schmutz, stellvertretender Direktor des Eidgenössischen Personalamtes, informiert in seinem Gastreferat über die Herausforderungen der kommenden Jahre.) (Bilder: Beat Wenzinger)